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  • Susanne Wehr

Mit Ernährung heilen: Mein Weg aus der Neurodermitis

Hallo ihr Lieben,


mein Name ist Laura, wohnhaft bin ich aktuell in der wunderschönen Hansestadt Lübeck, wo ich auch studiere. Wie ich zu dem besonderen Studiengang „medizinische Ernährungswissenschaft“ kam? Meine Krankheit! Ich habe aus meiner Not eine Tugend gemacht & werde jeden Tag aufs Neue von der Motivation getrieben, euch mit Rat & Tat zur Seite zu stehen. Denn eines steht für mich fest: Wenn ich durch Nahrung gesund werden kann, dann könnt ihr das auch!


Mein Leidensweg begann schon im Kindesalter: Neurodermitis an den bekannten Stellen wie Armbeuge, Kniekehle & Augen. Je älter ich wurde, umso schlimmer wurde es. Der Leidensweg zog sich also bis hin in das junge Erwachsenalter und glaubt mir, ich weiß wie es sich anfühlt chronisch krank zu sein. Diverse Arztbesuche und wechselnde Kortisonsalben habe ich mittlerweile durchlebt und kenne die ganze Palette auswendig. Als nun mit 22 auch noch meine Hände betroffen waren, konnte ich die Krankheit nicht mehr verstecken. Mein kompletter Alltag dreht sich nur noch um das unerträgliche Jucken und meine offenen Hautstellen. An dieser Stelle denke ich, dass jeder Leidensgenosse dieses hilflose, bestrafte Gefühl nachempfinden kann.


Heute mit 28 bin ich symptomfrei & strotze nur so voller Lebensfreude. Wie es dazu kam? Vielleicht ein glücklicher Zug des Schicksals. Wie es der Zufall so will, kam ich in die Behandlung einer Ernährungsmedizinerin, die mir lehrte, wie mein Organismus funktionierte und was er brauch um reibungslos zu funktionieren. Mir wurde immer mehr klar, dass ich nicht einfach aus heiterem Himmel krank geworden bin, sondern selbst dafür verantwortlich war und bin. Es gab mir Mut & Kraft zu wissen, dass ich es selbst in der Hand hatte. Ich folgte ihr: Ernährungslehre, Ernährungsumstellung & Heilfasten. Heilfasten? Ja, genau. Ich als absoluter Frustesser sollte tatsächlich vor Beginn der Ernährungsumstellung für eine bestimmte Zeit auf Nahrung verzichten. Was soll ich sagen – Fasten gehört heute für mich zweimal jährlich fest zu meinem Alltag. All die positiven Veränderungen, die ich durch das Heilfasten und die Ernährungsumstellung erfahren durfte, haben mein Bild von Nahrung & Medizin mehr als beeinflusst. Wie konnte es sein, dass ich mich allein durch Nahrung & den regelmäßigen Verzicht auf Nahrung so gut fühle und zunehmend gesünder wurde? Ich wollte es genauer wissen. Und hier bin ich jetzt. 3 Jahre nach der Ernährungsumstellung und regelmäßigen Heilfasten-Zeiten lerne ich auf molekularer Ebene, was Nahrung mit uns macht und wie wir Krankheiten damit beeinflussen können. Die Biochemie des Menschen ist der Mittelpunkt meines Studiums und ich habe, dank meiner Krankheit, meinen Weg gefunden. Ich gehe ihn voller Motivation, Leidenschaft und Bewusstsein.


Laura vor und nach 14 Tage Heilfasten


Erste Erfahrung mit dem Fasten

Um ehrlich zu sein, war ich sehr skeptisch und verunsichert. Kaum vorstellbar, dass mir der Verzicht auf Nahrung helfen sollte – aber er tat es und das auf wirklich beeindruckende Weise. Ich habe 2014 das erste Mal nach Buchinger gefastet. Diese Art des Fastens ist geprägt durch den damaligen Arzt Dr. Otto Buchinger, doch mehr dazu auf meinem Blog im Artikel „Heilfasten“. Dort habe ich euch auch nochmal zusammengefasst, was im Körper passiert, wenn wir fasten. Begonnen habe ich das Heilfasten unter therapeutischer Aufsicht und in einer tollen Fastengruppe, was mir mehr als gutgetan hat. In der Gruppe waren fast nur „alte Fastenhasen“ und ich als Jungspund. Ich war zwar die Jüngste, aber mich beeindruckten die vitalen älteren Frauen an die 70, die seit Jahren regelmäßig fasten. Also muss da ja irgendwas dran sein, dachte ich mir zumindest. Die ersten Tage waren und sind bis heute die für mich unangenehmsten, bis man optimal im Fastenstoffwechsel, die Ernährung von „Innen“, angekommen ist. Je nach Krankheitszustand, können auch sogenannte „Fastenkrisen“ auftreten. Manche haben Kopfschmerzen, andere Gelenkschmerzen und wieder andere fühlen sich müde, matt und schlapp. Doch spätestens ab dem 4. Fastentag kommt das besondere „Fastenhoch“. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen worden, dass es zu einem erhöhten Ausstoß von Glückshormonen kommt und man sich einfach gut fühlt. Man sagt, dass 7 Tage der klassische Einstieg für Neufaster ist. Nach den 7 Tagen, nach anfänglichen Startschwierigkeiten aufgrund der Entgiftung, ging es mir wundervoll! Ich war so begeistert, dass ich es seither regelmäßig praktiziere.


Regelmäßiges Fasten hilft den Körper sich zu erholen

Fasten tut mir unheimlich gut und erdet mich. Es gibt meinem Körper die Chance, sich von Innen zu „entmüllen“. Altlasten werden abgebaut und der Organismus kann innen so richtig sauber machen. Meine Haut ist nach einer Fastenzeit sichtlich erholt, was man auf dem Bild erkennen kann. Regelmäßiges Fasten hilft mir, mich wieder auf meinen bewussten und gesunden Lebensstil zu besinnen. Es gibt mir eine Auszeit in unserem hektischen Alltag. Und eines könnt ihr mir glauben, dadurch, dass sich die Geschmacksknospen während der Fastenzeit verändern, schmeckt Obst & frisches Gemüse unglaublich lecker. Es fällt viel leichter eine Ernährungsumstellung zu beginnen, wenn man vorher gefastet hat. Man will sich, nachdem man sich so schön von Innen gereinigt hat und womöglich einige Pfunde verloren hat, nämlich nicht wieder „zumüllen“. Diese besondere Auszeit gibt einem Zeit, alte Gewohnheitsmuster zu überdenken und aufzubrechen. Es ist wie ein Neuanfang, den ich mir zweimal jährlich voller Freude gönne, wenn ich merke, dass ich mich im Hamsterrad von Stress & Alltag befinde.

Heilfasten ist heutzutage mit wissenschaftlichen Studien bestens belegt und ein für mich sehr spannendes Feld der Forschung. Selbst Deutschlands größtes Krankenhaus, die Charité in Berlin hat eine eigene Fastenabteilung. Ich hoffe sehr, dass ich einige von euch inspirieren konnte das Thema Heilfasten für sich zu entdecken. Ihr seid an einem tollen Punkt in eurem Leben, wenn ihr euch Zeit für diesen Artikel genommen habt – traut euch – geht los und nehmt euer Leben selbst in die Hand.


Herzensgrüße,


Laura




Laura ist 28 Jahre jung und gehört zu den ca. 40 Studenten von Deutschlands ersten Studiengang der medizinischen Ernährungswissenschaft. Wie Sie durch Ernährung ihre Neurodermitis besiegen konnte und warum Ernährung für sie so viel mehr als nur „satt werden“ ist, berichtet Sie hier und auf ihrem Blog Lustesser.


Mehr zum Thema Fasten allgemein und welche Formen es gibt findet ihr hier.